Entwicklung der Euregio Egrensis


Gemeinsame Geschichte :

Das Dreiländereck Bayern-Sachsen/Thüringen-Böhmen weist eine jahrhundertelange Geschichte auf. Es stellte bis zur Schließung der Grenzen nach dem Zweiten Weltkrieg einen gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsraum im Brennpunkt Europas dar. Geprägt war dieser Raum von überaus engen sozialen und wirtschaftlichen Verbindungen und Verflechtungen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg hat die Schließung der Grenze eine Reihe negativer Folgen gebracht. Weitreichende Möglichkeiten der Zusammenarbeit in den unterschiedlichsten Bereichen, so auch im Bereich sozialer oder wirtschaftlicher Kontakte und kultureller Verbindungen, waren unterbrochen worden.

Die Vereinigung der beiden deutschen Staaten und die Öffnung der Grenze zu den mittel- und osteuropäischen Nachbarländern haben für das Dreiländereck Bayern-Sachsen/Thüringen-Böhmen grundlegend neue Rahmenbedingungen geschaffen. Grenzüberschreitende Entwicklung sowie Kooperation und Partnerschaft auf internationaler, nationaler, regionaler und kommunaler Ebene sind eine Möglichkeit, diesen Veränderungen zu begegnen. Daher ist es umso wichtiger, die früher bestehenden Beziehungen und Verflechtungen wieder zu beleben. Heute stellt die nahende EU-Osterweiterung die Region der EUREGIO EGRENSIS vor große Herausforderungen.


Gründung und Aufbau :

In den Jahren 1991/1992 sind zunächst die drei Arbeitsgemeinschaften der EUREGIO EGRENSIS gegründet worden:

EUREGIO EGRENSIS Arbeitsgemeinschaft Böhmen,

EUREGIO EGRENSIS Arbeitsgemeinschaft Bayern e.V. und

EUREGIO EGRENSIS Arbeitsgemeinschaft Vogtland/Westerzgebirge e.V.


Am 3. Februar 1993 schließlich fand in Eger der Zusammenschluß der drei selbstständigen Arbeitsgemeinschaften auf der Grundlage einer gemeinsamen Vereinbarung statt. Dies war die eigentliche "Geburtsstunde" der heutigen europäischen Region EUREGIO EGRENSIS und der entsprechenden Organisation. Heute umfaßt das Gebiet der EUREGIO EGRENSIS insgesamt eine Fläche von ca. 17 000 km2mit rund 2 Millionen Einwohnern. Das Wort EUREGIO steht dabei als Kurzform für den Begriff "Europäische Region". Der Name EGRENSIS ist lateinischer Abstammung und ist von einer historischen Bezeichnung für das Gebiet um die Stadt Eger (tschechisch: Cheb) abgeleitet.
Die Leitlinien für die Arbeit der EUREGIO EGRENSIS gibt das Gemeinsame Präsidium vor. Es besteht aus jeweils drei Vertretern der Präsidien der Arbeitsgemeinschaften und wird durch die Geschäftsstellen der drei Arbeitsgemeinschaften unterstützt.

Für grenzüberschreitende gemeinsame Projekte wurden bzw. werden jeweils projektbezogen gemeinsame Arbeitskreise/Ausschüsse gegründet. In den drei Arbeitsgemeinschaften gibt es Arbeitskreise zu einzelnen Themen- und Fachbereichen, wie z.B. "Wirtschaft, Infrastruktur, Arbeitsmarkt", "Umweltschutz, Ökologie", "Fremdenverkehr, Erholung, Touristik", "Kultur, Jugend, Sport".